Rede für die Nominierung als OB-Kandidat auf dem Kreisparteitag der CDU Stuttgart am 17. März

Meine sehr verehrten Damen und Herren, Liebe Mitglieder der CDU Stuttgart,

vielen Dank, dass ich heute hier zu Ihnen sprechen darf.

Mein letzter Auftritt auf der Waldau liegt ein paar Jahre zurück, das war in der C-Jugend der Stuttgarter Kickers, wenige Meter von hier. Ich war bei den Blauen rechter Außenverteidiger. Da ist die Aufgabe, dass kein linker Angreifer durchkommt und da ist auch nicht viel durchgekommen.

Ich hätte mir damals nicht träumen lassen, dass ich auf der Waldau auch einmal vor VfB-Fans einlaufen darf. Und jetzt sehe ich Sie hier, lieber Herr Mayer-Vorfelder. Das motiviert besonders. Bei dieser Wahl geht es ja darum, möglichst viel zu holen – gerade von den Roten.

Ich möchte heute über drei Dinge sprechen. Erst über die Stadt, dann über die Wahl und dann über mich.

Sie alle entscheiden heute darüber, wer der nächste Oberbürgermeister von Stuttgart werden kann. Sie entscheiden darüber, ob Stuttgart weiter aufsteigt - oder absteigt.

Ich will, dass Stuttgart weiter aufsteigt.
Ich habe meiner Heimatstadt viel zu verdanken.

Mit den eigenen Händen zu arbeiten, auf den eigenen Füssen zu stehen
und mit dem eigenen Kopf zu denken – das lernt man in Stuttgart.

Die Stuttgarter Mentalität hat mich geprägt.
Die Kindheit und Jugend in Stuttgart – das war mein Glück.

Heute liegt vor Stuttgart das Glück. Stuttgart hat glänzende Aussichten.

Vor uns liegt mit dem Rosensteinviertel ein Stadtentwicklungsprojekt von historischer Grösse.
Wo auf der Welt ist der Freiraum, ein lebenswertes neues Stadtquartier mitten in der Stadt zu schaffen, wenn nicht hier?

Vor uns liegen alle Chancen von Wirtschaft und Wissenschaft.
Wo sollen die besten Arbeitsplätze und Produkte der Welt entstehen, wenn nicht bei uns?

Vor uns liegen die grossen Fragen von Energie und Verkehr.
Wo sollen sie beispielhaft gelöst werden, wenn nicht in Stuttgart?

Vor uns liegt eine Modellstadt für Bildung, Kultur und Integration.
Von wem soll eine Stadt geschaffen werden, die freundlich ist zu Kindern, Eltern und Älteren – wenn nicht von uns?

Stuttgart hat die Köpfe und die Kraft. Es ist alles da.

Stuttgart hat der ganzen Welt vorgeführt, mit welcher Leidenschaft sich die Bürger für ihre Stadt einsetzen.

Jetzt, wo der grosse Streit um den Bahnhof entschieden ist, jetzt wo er gut und richtig entschieden ist,
ist es Zeit, die Stadt wieder zu einen und zu versöhnen.

Und genau das, was Stuttgart gespalten hat, kann Stuttgart wieder vereinen: Die Leidenschaft der Bürger für Ihre Stadt.

Die Aufgaben der Zukunft können nicht bewältigt werden, wenn wir sagen:
Der Staat wird es schon richten.
Nur wir die Bürger können es richten. Das brauche ich Ihnen nicht zu erklären, weil Sie alle Bürger sind, die sich für das Gemeinwesen engagieren.

Die Zukunft dieser Stadt ist die Bürgerstadt.
Die Bürgerstadt Stuttgart – die möchte ich mit Ihnen schaffen. Was heißt Bürgerstadt?
Bürgerstadt heißt:

Das Engagement der Bürger steht im Mittelpunkt. Es trägt die Stadt und prägt die Stadt.

Vor großen Entscheidungen führen wir ein großes Stadtgespräch mit den Bürgern. Wir laden alle Bürger dazu ein.

Die Bürgerstadt ist die Stadt der Vereine. Die Stadt der Chöre. Die Stadt der Ehrenamtlichen. Die Bürgerstadt fragt nicht, wo einer herkommt. Die Bürgerstadt fragt, ob er mitmacht.

Die Stuttgarter waren für oder gegen einen Bahnhof mit solcher Leidenschaft, dass die ganze Welt hinschaut! - was können wir erst erreichen, wenn wir nicht gegeneinander, sondern miteinander antreten für die Zukunft der Stadt?

Dieses Miteinander gelingt aber nicht, wenn man so hemmungslos Ängste schürt, wie es die Grünen getan haben. Dieses Miteinander gelingt nicht, wenn man Chancen blockiert, wie es die Grünen tun.

Wenn ein Grüner OB wird, dann werden seine Parteifreunde alles dafür tun, dass ihr Horrorgemälde vom Bahnhof wahr wird. Sie werden alles dafür tun, den Bau zu verzögern und die Kosten in die Höhe zu treiben. Und sie werden frech sagen: Wir haben es ja schon immer gesagt.

Wer grüne Sorgen ernst nimmt, wer will, dass Baubelastung und Baukosten im Griff bleiben, der muss den Kandidaten der CDU wählen.

In Stuttgart kennt man die Grünen. Und Fritz Kuhn wird sie auch noch kennenlernen. Wir kennen Clarissa Seitz. Sie ist grüne Stadträtin und Protest-Nachfolgerin von Hannes Rockenbauch. Frau Seitz sagt: Der Abriss von einem Nebenflügel des Bahnhofes ist wie die Zerstörung von buddistischen Heiligtümern durch die Taliban. Sie haben richtig gehört. Was für ein skandalöser Unsinn!

Wenn ein Grüner OB wird, dann wird das Bauamt zum Blockadeamt. Dann wird die Bahn nicht angetrieben, sondern ausgebremst.
Dann erstickt die grüne Straßenblockade Stuttgarts Verkehr vollends. Dann werden Handwerk und Mittelstand aus der Stadt vertrieben.

Deshalb darf kein Grüner OB werden. Deshalb muss der Kandidat der CDU siegen.

Aber wie können wir siegen?

Die CDU hat in den letzten Jahren zwischen 25 und 33 Prozent der Stimmen geholt. Das ist viel zu wenig für ihre gute Arbeit!

Lieber Herr Schuster, liebe Frau Eisenmann, lieber Michael Föll, lieber Herr Schairer, lieber Herr Kotz, liebe Stadträte und Alt-Stadträte, liebe Bezirksbeiräte, liebe Mitglieder der Bezirksgruppen der CDU, Sie haben Stuttgart an die Spitze geführt.

Sie stehen in einer großen Tradition.
Als Kind habe ich den ersten Wahlkampf von Manfred Rommel erlebt und ich habe miterlebt, wie gut sich Stuttgart seitdem entwickelt hat.

Als Bürger aus Stuttgart sage ich: danke.
Als Bewerber um Ihre Unterstützung sage ich: So machen wir weiter!

Dazu brauchen wir viele Stimmen von Bürgern, die nicht CDU wählen, die noch nicht CDU wählen. Diese Stimmen will ich holen und diese Stimmen werde ich holen.

Ich habe in den letzten Wochen schon einmal angefangen.

Wir brauchen die Freien Wähler. Die Freien Wähler haben erklärt, dass sie mich unterstützen werden.

Wir brauchen die FDP-Wähler. Diese Woche hat sich in der FDP eine Wählerinitiative für mich gebildet.

Aber das reicht nicht. Selbst wenn alle Anhänger der CDU, der Freien Wähler und der FDP zusammenkommen, reicht das nicht.

Drei weitere Gruppen müssen dazu kommen.

Erstens: die bürgerlichen Sozialdemokraten. Die wollen Arbeit und Sicherheit. Das bekommen Sie von einem mittelständischen Unternehmer. Ich rede nicht nur von Arbeitsplätzen, ich weiß auch wie man sie schafft. Ich will viele Sozialdemokraten gewinnen und ich werde sie gewinnen.

Zweitens. Die Nichtwähler. Die sind von der Politik verdrossen. Denen können wir sagen: Bei der CDU gibt es jetzt jemand, der kommt von aussen. Auch hier will ich viele Stimmen holen und ich werde sie holen.

Drittens gibt die Menschen, die von den Grünen enttäuscht sind. Das sind schon jetzt viele und bis zum Oktober werden es noch mehr. Wenn die CDU diesen Wählern einen Kandidaten anbietet, der so unabhängig ist, wie es die Grünen gerne wären – dann werden wir auch dort viele Stimmen holen.

Soviel zu Stuttgart und zur Wahl im Oktober.
Bleibt eine Frage: Was erwarten Sie von Ihrem Kandidaten?

Die CDU ist für die Nato. Als meine Mitschüler nach Mutlangen zur Sitzblocke zogen, ging ich zur Bundeswehr.

Die CDU ist für die Westbindung. Ich habe in den USA gelebt und dort meinen Abschluss gemacht, ich wage es kaum zu sagen: einen Master.

Die CDU hat die Deutsche Einheit verwirklicht. Ich bin Wochen nach dem Mauerfall nach Dresden gezogen und lebe seit zwanzig Jahren in den neuen Ländern.

Die CDU will die Bildungsrepublik. Ich lehre seit zwanzig Jahren an Hochschulen.

Die CDU steht für das „C“. Ich habe mich über Jahre für beim Evangelischen Kirchentag engagiert.

Die CDU hat die soziale Marktwirtschaft durchgesetzt. Ich habe Unternehmen und sichere Arbeitsplätze geschaffen.

Die CDU ist für Kinder. Ich habe Kinder! und ich habe das Projekt Kinderfreundliches Stuttgart mit angeschoben.

Wenn Sie mich fragen: Ich finde, mit uns, dass kann etwas werden. (...)

Keine Partei in Stuttgart kann so viele, so gute, so bürgernahe Ideen entwickeln wie die CDU. Die CDU ist stark in allen Stadtteilen. Die CDU hat mehr Mitglieder als alle anderen Parteien zusammen in der Stadt.

Ich möchte, dass für jeden Stadtteil, für jede Gruppe und für jedes wichtige Problem neue Ideen ausgedacht und mit den Bürgern diskutiert werden.

Die Bürgerstadt ist eine Stadt der Bürger-Ideen.

Meine beste Bürger-Idee hat auch zu tun mit Stuttgart. Genau genommen ist es eine Bürgerin-Idee. Ich habe eine Stuttgarterin geheiratet. Sie ist heute hier. Und sie hat mich schon gewählt.

Ich würde mich freuen, wenn meine Familie und ich bald einen Grund haben, wieder ganz nach Stuttgart zurück zu kommen.

Darum bewerbe ich mich bei Ihnen
als Bürger aus Stuttgart für das Amt des Oberbürgermeisters von Stuttgart.

Ich bitte Sie um Ihre Stimme. Vielen Dank.

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